Seebach / Porträt
Ein Pferdenarr aus Deutschland
Rolf Guthmann wohnt auf dem Frohnackerof bei Seebach. Dieser Deutsche lebt seit 1995 in Frankreich. Als echter
Pferdenarr nahm er am letzten Wochenende am Gespann-Wettbewerb in Seebach teil.
Mit seinem Hut und einem eleganten Wettkampf-Anzug geht Rolf Guthmann mitten auf einer Wiese zwischen Toren hin und her.
Mit vollkonzentriertem Gesichsausdruck prägt er sich den Parcours ein, den er in wenigen Stunden mit seinem Vierergaspann
absolvieren muss.
Dieser aus Deutschland stammende Mann ist ein absoluter Pferdenarr. Wenn er 1995 entschied, in Frankreich zu leben,
dann größtenteils ihretwegen: «Hier gibt es mehr Platz für meine Pferde als in Deutschland», rechtfertig
er sich.
Rolf Guthmann lebte immer in der Nähe von Pferden. Als er Kind war, arbeitete sein Vater als Holzrücker im Schwarzwald
damals schon mit Hengsten. Und Gattin Petra, mit der er heute beim Gespann-Wettbewerb in Seebach startet, begann mit dem Reiten.
Auf seinem Besitz beim Frohnackerhof unweit von Seebach verfügt Rolf Guthmann über einen Hektar Außengelände
und über mehrere Boxen für seine Hengste. Hier zählt er drei deutsche Reitpferde mit scheckigem Fell und acht
Haflinger-Ponies: die aus Österreich stammende Rasse wurde Mitte der 70er Jahre in frankreich eingeführt. «Als ich in
Frankreich ankam, hatte ich nur neun oder zehn Pferde», meint der 45 Jährige. «Seitdem habe ich Haflinger gekauft und
ich züchte Reitpferde».
Als Schlosser von Beruf widmet Rolf Guthmann tagtäglich zwei bis drei Stunden den Pferden. Er hat keine Kinder, aber zwei
Neffen gehen ihm zur Hand. «Während der eine den Stall ausmistet, spannt der andere einen Hengst an. Und beide konzentrieren
sich ganz auf ihree Arbeit, weil sie das am liebsten tun», versichert er.
«Die Pferde sind Teil der Famille»
Rolf Guthmann ist ein Wettkämpfer. Da er heute die doppelte Nationalität hat, die deutsche und die französische,
kam er dieses Jahr zum ersten Mal in die Auswahl als Reserve des französischen Nationalteams. Er ist recht recht zufrieden mit
seinem Abschneiden am Sonntag in Seebach: «Ich bin hochzufrieden mit der Dressur, wo ich zweiter wurde. Bei der Marathonprüfung
hatten meine Pferde einen guten Rhytmus. Sie waren körperlich in guter Verfassung und kamen ordentlich über den Parcours
Hingegen bei der Hindernisprüfung hatte ich einige Probleme. Das Durchqueren war an einer Stelle recht eng, aber das hängt mit
den würfelförmigen Strohballen zusammen», erläutert er.
Trotzdem sind die Hengste bei den Guthmann nicht nur für den Wettkampft da:
«Vor zwei Jahren sind wir nach Ungarn gefahren zu einem Wettbewerb und auf dem Rückweg hielten wir in österreich bei
einem Wettkampf an», meint Rolf lachend. «Also sind die fünf Pferde sozusagen mit uns auf Urlaub gefahren.
Tatsächlich gehören sie zur Familie».
Thibault Jourdan
Dernières Nouvelles d'Alsace - Ausgabe des Dienstag 3. August 2010
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Rolf Guthmann lebt seit 1995 in Frankreich und ist als Wettkampf-Teilnehmer ein echter Pferdenarr. (Priv. Dok.)
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